Aug
23

2007

Mit Inka-Speed nach Machu Picchu


Den Weg zur beruehmten Inka-Stadt Machu Picchu treten wir mit einer gefuehrten Tour an. Mit einer halben Stunde Verspaetung werden wir von unserem Hospedaje abgeholt und per Taxi zum Busbahnhof verschickt. Dort erwartet uns bereits Miguel – fuer die naechsten vier Tage unser Babysitter, Lunchpaket-Verteiler, Bier-Besteller, Orangen-von-den-Baeumen-Schuettler, Morgens-an-die-Zimmertuer-Klopfer, Geburtstagskuchen-Organisierer und Geistergeschichten-Erzaehler! …

Die Strasse, die ueber den 4’300m hohen Pass fuehrt, besteht zwar noch aus einer einzigen Baustelle, aber die Blicke auf den schneebedeckten 5’800er Veronica entschaedigen!

Auf der anderen Seite werden wir auf Bikes gesetzt und holpern auf einer 3-stuendigen Abfahrt in eine andere Klimazone. Um trotz fehlender Gegensteigungen muede zu werden, folgt noch ein abendliches Fussballspiel. Die Kuechenmannschaft des Guesthouses spielt mit und die Einheimischen schauen zu.

Bereits um 06.30 wandern wir am naechsten Tag los. Der Weg ist von Orangen-, Mandarinen-, Bananen-, Kaffee- und Papaya-Baeumen gesaeumt. Neben Coca-Plantagen zeigt uns Miguel auch eine Frucht, dessen roter Farbstoff von den Inkas zum Kleiderfaerben benutzt wurde. Der Hinweis, das Zeug sei gut gegen Moskitos, ist wohl gelogen, hat aber zur Folge, dass die ganze Gruppe mit roter Kriegsbemalung aus dem Gebuesch kommt. Ist aber nicht so schlimm, denn nach einem 2-stuendigen Bad in einer heissen Quelle ist sogar Valentins Gesicht wieder einigermassen sauber.


Von diesem Trail aus haben schon die Inkas die Aussicht auf den Rio Urubamba genossen…

Er ist zusammen mit Amadeus und Florian unterwegs. Wir lachen uns halb tot, als die drei Deutschen erzaehlen, wie ihnen noch in den ersten 5 min in Peru ein Rucksack inkl. Pass gestohlen wurde und wie sie spaeter am Tag die Diebin gestellt haben, was ihnen wiederm einen Zeitungsartikel und ein Essen im Edelrestaurant mit einer deutschen Konsulatsfrau (und Hundekacke an den Schuhen) einbrachte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll an einem anderen Ort erzaehlt werden (naemilch an diesem)…

Am 3. Tag entschieden wir uns ein langweiliges Stueck mit dem Bus zurueck zu legen, um am Nachmittag noch den Berg gegenueber von Machu Picchu zu erklimmen. Ueber lange Leitern und steile Wege klettern wir die Bergwand hoch.


Bei dieser Steigung zweifelt sogar Miguel ob wir Gringos da hochkommen?!

Erst auf dem Gipfel aber wird die Sicht auf Machu Picchu frei. Die Landschaft erinnert uns an die dschungelbewachsenen Kalkfelsen Asiens, alles ist aber x-mal hoeher! Einfach gigantesco!


“Gruppo Cosmos” mit Machu Picchu im Hintergrund


Aussicht auf die umliegenden Berge

Bereits um 04.30 schickt uns Miguel auf den Weg nach Machu Picchu. Wir muessen schnell sein, denn nur die ersten 400 Personen werden fuer die Wanderung auf den fotogenen Hausberg der Inkastadt zugelassen. Vorher erwarten uns aber noch die unzaehligen Treppen vom Tal bis zum Eingang der alten Inkastadt. Selbstverstaendlich sind wir unter den Ersten, die oben ankommen, ist ja Ehrensache.

Als die ersten Sonnenstrahlen Machu Picchu beleuchten sind wir bereits am Aufstieg nach Waynapicchu – ein wahnsinniger Moment! Auf dem Gipfel sollen die Oberhaeupter der Stadt gewohnt haben – absolut verstaendlich, wenn man sich die Szenerie so anschaut…

Waehrend einer 2 1/2-stuendigen Tour erklaert uns ein Guide, dass man ueber die Inkas ziemlich wenig weiss: Nicht, wie sie es geschafft haben riesige Felsbloecke millimetergenau aufeinander zu stapeln, nicht wie sie den magnetischen Nordpol vom reellen unterscheiden konnten und schon gar nicht, wo all ihr Gold hin verschwunden ist. Das alles bringt er aber so packend herueber, dass wir anschliessend sogar das von ihm verfasste Buch kaufen.

Bloederweise hatte man es verpasst unsere Zug-Tickets zu reservieren, aber Miguel schafft es andere zu organisieren. Bloederweise hatte man auch vergessen einen Bus fuer die Rueckfahrt bereit zu stellen, aber wir haben ja Miguel… Diesmal organisiert er mitten in der Nacht zwei Fahrer, die uns nach Cuzco bringen sollen. Der Fahrer des zweiten Wagens (nicht unserer) nickt aber waehrend der Fahrt ein und der Wagen kommt von der Strasse ab. Ein riesen Glueck, dass dabei niemand verletzt wurde.

Als ich nach diesem 22h-Mammuts-Tag ins Bett falle geht mir ganz schoen viel durch den Kopf, aber der Schlaf ist schlussendlich doch staerker…

Liebe Gruesse aus Peru
Petra und Reto

PS: Dass unterdessen nicht weit von uns die Erde gebebt hatte, erfuhren wir erst in Machu Picchu.

PPS: Wir wuenschen dem Luzerner Hallenbad von Herzen eine gute Besserung und hoffen, dass die UW-Rugbyaner nicht ganz austrocknen, bis es wieder geflickt ist…

PPPS: Unterdessen weiss ich auch, dass auf spanisch ctrl+g speichern heisst, und nicht wie bei uns ctrl+s… aber auch diese Erfahrung muss mal gemacht werden 😛

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