Aug
30

2007

“Let’s vamos!” und “die Rache des Meerschweinchens”


Artax ist so schwer beladen, dass ich das Gefuehl habe einen Traktor zu lenken als wir durch Cuzcos enge Gassen schwanken und dabei versuchen den Taxis auszuweichen, die selbst kaum zwischen den Haeusern hindurch passen…

Da ja auch die kulinarischen Eigenheiten des Landes erforscht werden wollen, verspeisen wir (oder vor allem Reto) zum Mittagessen dieses nette Tierchen…


(Mit Haaren sehen die Viecher irgendwie suesser aus, nicht wahr Daniel, Hamster sehen aehnlich aus?!)

Das Meerschweinchen scheint darueber aber nicht besonders gluecklich zu sein, denn in den kommenden Tagen bestraft es uns mit Durchfall, Fieber, Schuettelfrost, Durchfall und vor allem… Durchfall!

Naja, nach 4 Tagen kackt sogar Reto wieder eine 20 (auf unserer Skala von 1 bis 30, 30 ist fluessig) und wir machen uns langsam aber sicher doch noch auf den Weg Richtung Juliaca. Am 4. Velo-Tag gilt es den 4’300 m hohen Pass Abra la Raya zu bewaeltigen. Ein Dorfbewohner Sicuani’s sieht da allerdings kein Problem: Nein nein, bis Santa Rosa sei es nicht weit! Nur gerade 2 1/2 h mit dem Auto – dass man mit dem Fahrrad laenger haben koennte faellt ihm wohl gar nicht erst ein.

Saemtliche in Asien antrainierte Kondition scheint sich bei mir ab 4’000 m Hoehe vollstaendig in die immer duenner werdende Luft aufzuloesen. Im kleinsten Kettenblatt kommen wir schliesslich auf der Passhoehe an. Gaehnend steigen ein paar Touristen aus einem Bus und gaehnend steigen sie 10 Minuten spaeter wieder ein. Die Armen haben ja keine Ahnung, wie es fetzt auf dem Velo durch die senfgelben Taeler zu flitzen. Fast wie von einem anderen Planeten sieht die Landschaft fuer unsere Schweizer-Augen aus!


Abra la Raya

Unsere Raeder surren nur so, als wir waehrend den naechsten beiden Tagen mit starkem Rueckenwind Juliaca entgegen segeln. In diesen weiten Ebenen leben vor allem Kuh-, Schaf-, und Lama-Hirten. Viele von ihnen noch immer in strohbedeckten Lemhuetten.

Kurz vor Juliaca entscheiden wir uns fuer eine kleine Schotterstrasse, die parallel zur Hauptstrasse verlaeuft. Ganz unverhofft beglueckt sie uns mit einem weiteren 4’100m-Pass. Wir sehen es als Training fuer die kommenden Strecken in Bolivien und sind selbst ganz erstaunt, wie leicht sich die Hoehenmeter erkurbeln lassen. An dieser Stelle aber auch nochmals ein herzliches Dankeschoen an Markus fuer die extra-kleinen Ritzel – hierzulande eine wirklich gute Sache!

Im Staedchen Lampá ist der groesste Teil der pinken Farbe zwar schon von den Haeusern abgeblaettert, aber man zeigt uns voller Stolz die Kirche und das eindrueckliche Mausoleum.


Und diese Skelette von ueber 1’000 Spaniern sind im Mausoleum!

Nach der ersten warmen Dusche seit 2 Wochen, mit einer halben Kuh und 2 Pizzas in den Maegen und mueden Beinen liegen wir nun auf Juliacas bequemstem Bett und laufen fuer heute Nacht einmal nicht Gefahr beim Gang aufs Klo zu erfrieren…

*superfreu* und liebe Gruesse aus Peru,
Petra und Reto

PS: Wer haette denn gedacht, dass es hier fast mehr Velo-Tuk-Tuk’s gibt als in Asien¡¿

Leave A Comment