Jul
16

2007

Finding Nemo


Durch die Klimaanlage halb erfroren steigen wir in Singapur aus dem Flugzeug suchen uns erst mal einen Weg durch Supermärkte, Autobahnen und Linksverkehr zur Küste der kleinen Insel. Am nächsten Tag setzen wir in einem Holzboot nach Malaysia über und trauen unseren Augen nicht, als wir die ersten Palmenstrände sehen. Wie aus dem Kuoni-Katalog ausgeschnitten sehen sie aus, wirklich! Einem Kokosnuss-Weitwurf-Contest steht also nichts im Wege…

Drei Tage lang radeln wir durch endlose Palmenplantagen, bevor wir – mit Taucherbrille und Wasserpistole bewaffnet in die Fähre nach Tioman Island steigen. Erstmal angekommen wird uns auch klar, weshalb die Fähr-Besatzung beim Abladen unserer Bikes geschmunzelt hatte: Der einzige fahrbare Weg ist gerade mal 700m lang!

Wie so oft in Asien, sind für uns die günstigsten Unterkünfte auch die besten. So steht unser Bungalow direkt am Strand, welcher wiederum direkt vor dem Korallenriff steht.
Es ist eine eigene und völlig neue Welt, in die wir dort draussen eintauchen. Für jemanden der noch nie ein Korallenriff gesehen hat einfach unglaublich. Schon die Korallen und Seeanemonen sind absolut faszinierend, aber zwischen ihnen schwimmen dann auch noch Fische, die man höchstens aus Filmen und Fotos kennt. Wahnsinn!

Mit einem Boot voller Gerätetaucher fahren wir zu einer kleineren Insel mit weiteren Korallenriffen. Beim Schnorcheln und Freitauchen sehen wir plötzlich grosse Blasen neben uns aufsteigen. Sie kommen von den Tauchern, die auf rund 10m Tiefe ihrem Guide hinterher watscheln. Da können wir es halt nicht lassen zu ihnen hinunter zu tauchen, gemütlich zwischen ihnen durch zu schwimmen und die erstaunten Blicke zu geniessen 😉
Das Highlight des Tages bleiben aber die Nemos, die, wenn man sich nähert, jeweils tapfer ihre Anemone verteidigen!


Nemos


Seeungeheuer

Auf einem Dschungelpfad gelangen wir zur einsamen „Monkey Bay“ wo wir beim Schnorcheln sogar Rochen sehen. Bei Sonnenuntergang wandern wir wieder durch den Urwald. Die 10m hohen Blätter fallen uns unterdessen nicht mal mehr besonders auf, Affen klettern über uns durch die Lianen, ein Waran stapft durch den Morast und sogar ein Flughund, so gross wie eine Möve, fliegt über unsere Köpfe.

Mehr für sich, als für die wenigen Zuschauer, spielt jeweils eine Indisch-Malaysische Band aus Kuala Lumpur am Abend am Strand. Ihren Namen geben sie zwar nicht preis, aber wir haben das Gefühl, dass sie mehr als nur „zum Spass“ Musik machen. Die Stimme des Sängers und die Bongos von Balas klingen einfach zu gut und sie verhalten sich äusserst professionell… Lange bleiben wir sitzen, hören zu und plaudern mit ihnen bis in die Morgenstunden. Immer wieder wollen sie wissen, was jetzt DAS tollste Erlebnis auf unserer Reise gewesen sei. Wir haben tausend Eindrücke und Erlebnisse im Kopf und können die Frage trotzdem nicht beantworten…


Wichtigstes Instrument: The Frog

Singapur ist vor allem das was der Rest Südostasiens NICHT ist: Sauber und organisiert!
Dafür dass das auch so bleibt sorgen Strafgelder von 50$ für das Überqueren der Strasse neben dem Fussgängerstreifen, 500$ für Rauchen in public places und bis zu 1000$ für littering (in Lonely Planet unter „Dangers & Annoyances“ aufgeführt).
Das heisst aber auch, dass Velos auf dem Highway und in der Metro nicht erlaubt sind, was wiederum bedeutet, dass es schlichtweg keine Möglichkeit gibt mit dem Fahrrad legal zum Flughafen zu kommen… Diesem Problem sind sich vielleicht aber auch die Polizisten bewusst, die uns nur verdutzt anschauen, als wir an ihnen vorbei zum Changi Airport pedalen 😉

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