May
19

2007

Vang Vieng – Happy Hamburgeressen


Irgendwie hat Artax heute muede Raeder. Vermutlich spuehrt er die vergangenen Tage in den Felgen… Die Kilometer bis Vang Vieng ziehen sich dahin.

Es ist noch gar nicht allzulange her, dass Reto nachts von einem grossen Tuna-Sandwich getraeumt hat. Vermutlich der klaegliche Versuch seines Unterbewusstseins, all die vielen Nudelsuppen zu verarbeiten… WIR KOENNEN SIE NICHT MEHR AUSSTEHEN, DIE NUDELSUPPEN!!! Aber es ist halt das einzige, was man in einem Restaurant ohne Lebensmittel so zubereiten kann… Jetzt schaut euch mal das glaenzen in Retos Augen an, wenn er vor einem ultra big big Mac mit Pommes sitzt:

Waehrend den naechsten drei Tagen stopfen wir uns mit den besten Sandwiches, Burgern, Baked Potatoes, Frut- und Minze-Shakes unseres Lebens voll. Etwas nervig jedoch sind die unzaehligen Bildschirme, die in all den Restaurants an den Waenden haengen und eine weitere Folge von “Simpsons” oder “Friends” zeigen.

In der Region von Vang Vieng gibt es eine Menge Kalksteinhoehlen, die erforscht werden wollen. Ungefragt begleitet uns ein Guide als wir uns mit den Stirnlampen bewaffnet ins unbeleuchtete Loch hinein wagen. Er erklaert uns, es waere 1km bis zu einem unterirdischen See. An den meisten Stellen ist der Hauptgang mehrere Meter hoch und wir koennen bequem hindurch spatzieren, an anderen Stellen wird er aber flacher und wir muessen uns klein machen. Wir durchqueren Stellen mit verschiedenartigsten Kalksteinformationen und waehren oftmals froh um deine Hoehlen-Lampe, Felix.

Wir staunen, fotografieren, stolpern vorwaerts und staunen schon wieder. Der Guide braucht wohl eine Menge Geduld mit uns. Schliesslich kommen wir aber doch bei diesem unterirdischen See, oder vielmehr Fluss, an. Denn als wir durch das kuehle Wasser waten und darin baden, entdecken wir die Gaenge von Zu- und Abfluss. Das Hoehlensystem ginge wohl noch endlos weiter. Trotzdem machen wir uns auf den langen Rueckweg und schauen uns die naechste Hoehle an, die noch schoenere Tropfsteinformationen beherbergt. Wir geben uns zwar Muehe, vorsichtig zu sein, kommen bei der Kletterei aber manchmal kaum darum herum, uns an irgendwelchen Tropfsteinformationen festzuhalten und fragen uns, wie die Hoehle in einigen Jahren wohl aussehen wird, wenn hier die grosse Touristenschwemme ankommt…

Im Moment sind wir aber noch die einzigen weit und breit. Erst bei der naechsten Hoehle treffen wir auf eine Touristengruppe. Hier kann man auf einem aufgeblasenen Truck-Schlauch durch die wassergefuellten Gaenge paddeln.

Beim Zurueckradeln machen wir bei einem Gartenrestaurant halt. Ach uebrigens, ein Gartenrestaurant sieht hier so aus:

Jeder hat sein eigenes Bambushuettchen mit Flusssicht. In Vang Vieng gehoeren sogar Haengematten zur Grundausstattung. Nur sollte man da bei der Bestellung die Frage “Happy?!” besser mit Nein beantworten, da man sonst das Gericht oder den Shake mit Marihuana versetzt serviert bekommt. Als wir an einem Morgen in einer der Island-Bars fruehstuecken, deutet der Besitzer lachend auf die vielen besetzten Haengematten und erklaert, die Touristen darin seien noch von gestern Abend. Neben uns schlaeft einer mit offenen Augen und wir fragen uns, ob er noch lebt, aber wenig spaeter regt er sich doch.

Am dritten Tag lassen wir uns mit einem Tuk Tuk und einem Truck-Schlauch den Fluss hinauf chauffieren und finden dabei heraus, wo all die Touristen stecken: Mitten im Backpacker-Strom lassen wir uns auf den Reifen den Fluss hinunter treiben. Am Ufer reiht sich eine Bar an die andere. Jede hat den hoeheren Tarzan-Seil-Sprung-Turm als die vordere (zum Teil halsbrecherischere Konstruktionen)! Ueberall gibts Bia Lao und Lao Lao (Reis Whiskey) gratis dazu. Fuer unseren Geschmack ist die Flussstroemung in der Dry Season zwar definitiv zu schwach, aber vielleicht sind wir auch einfach zuwenig betrunken…

Zurueck bei unserem Bungalow muss ich leider feststellen, dass unsere Riesen-Ananas, die ich zum Reifen an die Sonne gelegt hatte weg ist. Seit Retos Velocomputer und meinem Ruecklicht (sampt Halterung) der dritte herbe Verlust soweit :-I

PS: Hier koennen die Schmetterlinge auch schon mal eine Spannweite von 20cm erreichen…

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