May
5

2007

Salzfischli zum Fruehstueck im vietnamesischen Bergland


Unterdessen sind wir in Laos. Die letzten paar Tage, in denen wir durch das vietnamesische Bergland zur laotischen Grenze gepedalt sind, waren nicht nur die eindruecklichsten, sondern auch die anstrengensten bis jetzt…

Zwar saeumen immer noch viele kleine Doerfer den Weg, aber diese bestehen nur noch aus Bambushuetten und werden von den Bergstaemmen bewohnt. Auf der einen Seite ist ihre Lebensweise und ihre froehliche Art sehr sehr eindruecklich fuer uns, auf der anderen Seite kaempfen wir mit dem Problem, dass es hier kaum noch Guesthouses und Restaurants gibt.

In den kleinen Shops kann man hoechstens Number One (eine gute Redbull-Kopie) und Biscuits kaufen, aber das reicht beim besten Willen nicht aus um jeden Tag mehrere kleine Paesse zu meistern.
Die dschungelbewachsenen Berge sind wunder schoen. Langsam kriechen wir jeweils auf einen Huegelzug hinauf, um auf der anderen Seite wieder ganz ins Tal zum Fluss und dem naechsten Dorf zu brausen.

Einmal campieren wir in einem Bambuswaeldchen mit Blutegeln, Moskitos und einer super Aussicht. Als ich am Morgen ein paar Salzfischli zum Fruehstueck einwerfe, krampft sich mein Magen zusammen und erinnert sich ans Nachtessen, welches ebenfalls schon aus Salzfischli bestanden hatte…
Halb verhungert fahren wir ins Tal. Als uns da eine Hochzeitsgesellschaft zum Essen einlaedt nehmen wir dankend an. Sofort sind wir vom ganzen Dorf umringt. Im Gegensatz zu den reicheren Regionen sind hier wir und nicht unsere Ausruestung interessant. Den Bikes wird kaum ein Blick gewidmet.

Zuerst gibts Tee und Reiswhiskey – und das morgens um 09.00 auf leeren Magen! Ich weigere mich standhaft, aber Reto laesst nach da sie uns das Beste vom Besten anbieten. Nach etlichen Glaesern wird das Essen serviert. Das beste, sprich fettigste Fleisch wird zusammen mit frischen Kraeutern aller Art aufgetischt. Euphorisch wickelt man uns einen Fettstreifen nach dem anderen in ein Minzeblatt. Ich kaue tapfer. Reto hilft mir mit ein paar Brocken und ein Stueck kriege ich dann beim bessten Willen nicht runter. Unaufaellig fuettere ich es dem Hund unter dem Tisch (gar nicht so einfach, wenn einem das ganze Dorf beim Essen zusieht)…
Reto schlaegt sich besser und kriegt deshalb mehrmals noch ein paar Loeffel eines schlabrigen Etwas (wohl irgendwelche Innereien) in seine Schale geschaufelt!
Nach dem Essen werden wir zu einem grossen Topf mit irgendwelcher Fluessigkeit und vielen langen Bambushalmen gefuehrt. Jeder schnappt sich einen Halm und beginnt daran zu saugen, waehrend jemand mit einem Kuhorn Wasser nachfuellt.
Allzugerne Haetten sie uns zum Fest am Abend hier behalten (wir bekommen sogar eine schriftliche Einladung, die wir nicht lesen koennen), aber wir moechten langsam weiter…


Es macht nur den Anschein dass Petra saugt, sie drueckt sich auch hier…

Geld wollen sie nicht fuer’s Essen, aber ueber ein Touristsouvenir wuerde sich das Brautpaar sicherlich freuen. Also kriegen sie ein Pilatus-Foto und ein Schweizer Sackmesser.

Das Essen war zwar unbedingt noetig, um den naechsten Pass zu schaffen, aber leider bezahlt Reto das kulinarische Abenteuer mit einer ueblen Magendarmgrippe 🙁

Tambiet Vietnam!

PS: Diesen Aufkleber fanden wir vielerorts auf der Badezimmerausstattung. Er heisst: “According to the Standard American people like”

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