Apr
25

2007

Ninh Binh – Kalkfelsen zwischen Reisfeldern


Um nach Ninh Binh zu radeln brauchen wir zwei Tage. Unterwegs uebernachten wir in einem kleinen Kaff, etwa 500m abseits der Hauptstrasse. Der Ueberforderte Hotelbesitzer empfaengt uns zwar herzlich, steht dann aber alle 5 Minuten wieder in userem Zimmer, mal mit einer Decke, dann mit einem Kleiderstaender oder einer Thermoskanne mit siedend heissem Wasser.

Als wir im deuten, dass wir was essen gehen wollen, bietet er uns sofort sein Motorrad an. Zu seinem Erstaunen machen wir uns aber lieber zu Fuss auf den Weg, ueberlegen es uns bei den ersten Regentropfen aber doch anders und fragen in einem kleinen Shop nach etwas essbarem. Die Instant-Huehnersuppe, die der Besitzer hervorkramt, sieht super aus und wir lassen uns in seine gute Stube einladen.

Das Buschtelefon funktioniert anscheinend einwandfrei, denn kaum haben wir uns hingesetzt trudelt auch schon das halbe Dorf ein. Wir trinken ein Bier mit der buntgemischten Truppe und erzaehlen alles was man mit 10 Worten Vietnamesisch, einem “Ohne-Woerter-Buch” und ein paar Fotos halt so erzaehlen kann. Der Gastgeber ist soooo etzueckt ueber die zwei Fotos von Schweizerbergen, die wir ihm zeigen, dass wir ihm gar nicht zu sagen getrauen, dass sie eigentlich gar nicht als Geschenk gedacht waren…

Als es spaeter zum x-ten mal an unsere Hotelzimmer-Tuer klopft, steht da nicht nur der neugierige Besitzer, sondern auch noch so eine Art Beamter, der unsere Paesse sehen will. Er blaest uns Zigarettenqualm ins Gesicht und hat irgendwas an unserem Visum auszusetzen, verschwinded irgendwann aber doch wieder – endlich Ruhe! – Yeah! – Schnarch!

Als wir am naechsten Morgen aus dem Zimmer tappen steht da schon die naechste Beamtin bereit, inkl. Aktenmappe und strengem Blick! Der Besitzer rotiert… vermutlich hatte er noch nie Auslaender zu Gast und irgedwas falsch oder gar nicht ausgefuellt. Schliesslich werden wir aber doch noch entlassen und rollen mit Ygramul und Artax durch weitere 60 km Reisfelder.

In Ninh Binh gibt es fast die selben Kalksteinfelsen zu bestaunen wie in Halong. Das dazwischenliegende Meer besteht diesmal aber nicht aus Salzwasser, sondern aus gruenen Reispflanzen. Auf kleien Kanaelen kann man sich durch diese Landschaft hindurch rudern lassen.

Noch bevor wir aber beim offiziellen Ticketoffice sind lassen wir uns von 3 Hausfrauen abwerben, welche die gleiche Tour viel guenstiger anbieten. Natuerlich handelt es sich hierbei nicht um die offizielle Government-unterstuetzte Route, dafuer lesen sie aus meiner Hand, dass ich mindestens 5 Babys bekommen werde; wenn es nach ihnen ginge, wohl noch innerhalb der naechsten halben Stunde 😉

Uns nimmt es doch noch Wunder wie die offizielle Tour ausgesehen haette und wir lassen uns auch noch auf dem offizielle Weg durch die Reisfelder und Kalksteinhoehlen schippern, helfen diesmal aber fleissig beim paddeln mit.

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