Apr
26

2007

Cuc Phuong Nationalpark – einfach tierisch!!!


Heute machen wir den ultimativen Haertetest. Fazit: Nach 34 Zusatz-Kilometer (eine Abzweigung war auf der Karte nicht verzeichnet) bei 32 Grad, brennender Sonne und Gegenwind ist Reto definitiv hinueber. Macht aber nix, ich finds lustig, dass er mir einen weiteren Report von AO2W-Radio ins Ohr brabelt. *lach*
Sendepausen gibts nur wenn wir auf dem schmalen Weg Gegenverkehr haben oder er gerade mit einem Jungen Velorennen macht.

In der Naehe des Parkeingangs retten wir uns vor einem bissigen Hund in ein Hotel hinein. Dieser bleibt zaehnefletschend beim Tor stehen und ist – zumindest fuer mich – Grund genug hier zu bleiben. Was ich dabei jedoch nicht bedenke ist, dass wir nun waehrend den naechsten zwei Tagen noch etliche Male an ihm vorbei muessen. Als wir zum Nachtessen ins Dorf gehen, ist er nicht bereit und wir haengen ihn locker ab. Dafuer wartet er schon auf uns wenn wir zurueck zum Hotel wollen! Ich sterbe fast vor Angst und habe sogar noch weiche Knie, als ich mit heilen Waden ins Bett falle!

Am naechsten Morgen stehen wir frueh auf und pedalen mit leeren Beinen in den Park hinein. Wir kommen irgendwie nicht so richtig vom Fleck und sind froh, dass es nicht so viele Steigungen hat, wie der Park-Ranger prophezeit hatte. Erst bei der Rueckfahrt realisieren wir, dass die Strasse andauernd leicht gestiegen war und all die “flachen” Stuecke entpuppen sich nun als rasante Abfahrten.

Der Park besteht aus einer dschungelbewachsenen Bergkette, die zu dieser Jahreszeit vor lauter Schmetterlingen nur so schwirrt. Hier flattern uns ums x-fache mehr Schmetterlinge um den Kopf als in jedem Papillorama. Weisse Falter einer bestimmten Art flattern in endlosen Reihen hintereinander her. Lange Zeit bleiben wir stehen und spielen “Verkehrspolizist”. Man braucht nur den vordersten Schmetterling umzuleiten und die ganze luftige Reihe wirbelt hinterher!

Riesentausenfuessler, farbige Voegel, Pluesch-Raupen, diverse Eidechsen und ein kleiner Leguan gehoeren zu den Highlights eines 3-stuendigen Dschungeltreks.

In einer grossen Hoehle ist es angenehm kuehl. Bloed, dass wir ausgerechnet heute die Stirnlampen im Hotel gelassen haben. Mit Reto’s Kamerablitz bewaffnet, wagen wir uns trotzdem hinein. Etwa 20 Meter vom Eingang entfernt liegt da ploetzlich eingerollt eine dicke Schlange im Weg. Etwa 10cm dick!!!
Mein Herz faellt in die Hose und der Adrenalinspiegel steigt bis zum Hals. Rund um uns ist es stock dunkel und die Blitze erleuchten den Gang nur kurz. Erst als wir ein Foto schiessen und naeher heran zoomen erkenne ich, dass die Schlange unten eine rote Krempe hat und wohl eher einen alten Strohhut darstellt, der vor Feuchtigkeit glitzert 🙂

Ausserdem sehen wir aber auch ein wohl mehrere Meter tiefes Loch, das man ohne Licht wohl kaum verfehlen koennte und treten deshalb den Rueckzug an…

Zurueck beim Parkeingang sehen wir uns ein Affen-Rescue-Center an, in dem vietnamesische Affen aufgepaeppelt, gezuechtet und wieder in die Freiheit entlassen werden.

Am Abend entlaedt sich die Hitze des Tages in einem gewaltigen Gewitter und tausende stechende und nicht stechende Insekten fluechten sich in unser Hotelzimmer. Reto klebt Ritzen und Klimaanlagen zu, flickt kaputte Fensterscheiben, wirft Ventilatoren an und toetet hunderte dieser Plaggeister, aber es ist aussichtslos. Es sind einfach zuviele!
Macht aber auch nix: Wir stellen einfach das Zelt und campen auf dem Doppelbett!

Liebe Gruesse,
Reto und Petra

PS: Cool, dass man ohne Sorge um die Velos in Ruhe Schreiben kann, denn solange aus Menschenmenge vor dem Eingang des Internetcaffees heraus noch meine Hupe ertoent sind wohl auch unsere Velos noch da 😉

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