Apr
18

2007

Cat Ba Island – ein kleines Paradies


Von Ha Long nehmen wir eines der unzaehligen Touristenboote nach Cat Ba Island. Als wir dann am “Hafen” stehen und erfahren welches unser Boot sei, staunen wir nicht schlecht. Am Anlegesteg gibt es unzaehlige Boote und sie draengen sich alle vor einem kleinen Anlegesteg. Um auf unser Boot zu gelangen, muessen wir mitsamt Bikes und Gepaeck ueber drei andere Boote kraxeln…
Ist das Innerste Boot voll, faehrt es einfach raus und drueckt dabei die anderen Weg. So bleibt das Boots-Chaos dauernd in Bewegung und es tun sich immer wieder neue Wege auf (und zu) um auch das hinterste Boot zu beladen.

Unzaehlige schroffe Kalkinseln stehen da im Meer. Trotz, oder gerade wegen des allmorgentlichen Dunstes sieht das Insel-Labyrinth mystisch aus… Auf dem Weg besuchen wir eine Tropfsteinhoehle. Ihre Dimension und Tropfsteinfuelle haut uns trotz Touristenschwemme und kitschiger Beleuchtung von den Socken.

Auf Cat Ba Island werden wir zum allgemeinen Erstaunen am Nord-Hafen abgeladen. All den Backpackern bleibt also nix anderes uebrig, als eines der ueberteuerten Taxis nach Cat Ba Town zu nehmen oder die 20 km zu laufen. Vorerst intressieren sich die Chauffeure der Motorbikes aber noch fuer uns. Waehrend Einer unsere Bikes probefahren, der Naechste seinen Hut gegen einen Helm tauschen, der Dritte den Velocomputer ausprobieren und der Vierte Petras Hupe betaetigen will, probieren wir unsere Bikes aufzuladen…

Die Insel ist wunder, wunder schoen und in den kleinen Doerfern spuehrt man nichts, aber auch gar nichts vom Tourismus. Unter diesen Bedingungen schaffen wir es weder den kuerzesten Weg einzuschlagen, noch uns irgendwelche Fotostopps zu verkneifen und es wird dunkel bevor wir in Cat Ba ankommen.

Die Stadt besteht aus einer ganzen Zeile – zu dieser Jahreszeit ziemlich leeren – Hotels. Erst am Morgen sehen wir wo die Einheimischen wohnen. In der Bucht schwimmt eine ganze Stadt auf dem Wasser. Unzaehlige Hausboote mit Kind und Kegel, Hunden und Waescheleinen schaukeln da ohne System auf dem Wasser. Hey Mascha und Dani, so ist auch das Umziehen viel einfacher: Man haengt einfach das ganze Haus hinten ans Fischerboot und wirft den Anker bei einer anderen Insel aus 😉

Am Abend essen wir in einem Hausboot-Restaurant, moechten aber lieber Chicken als Seafood. Kein Problem! 5 min spaeter beobachten wir, wie ein Roller vor dem Bootssteg haelt und der Kuechenchef einen Plasticksack abholt. Ein Fluegel schaut heraus…

Mit einer kleinen Touristengruppe werden wir am naechsten Tag in der Mitte der Insel abgeladen und wandern dann waehrend rund vier Stunden zur Kueste. Der Dschungel ist faszinierend: Ueberall Lianen und verknorrte Baeume, die sich mit allen Wurzeln festkrallen um nicht von den senkrechten Kalkfelsen zu fallen. Der Wald hallt nur so vom Zirpen, Schwirren und Rufen diverser Insekten-, Vogel- und evtl. auch Affenarten. Schon nach wenigen Metern zeigt uns der Guide eine kleine gruene Schlange am Wegrand. Hier ist Reto im Element: Jedemenge Raupen, Schmetterlinge, Schlangen, Froesche, Krabben und Pflanzen werden entdeckt und abgelichtet 🙂

Nach dem Mittagessen in einem kleinen Dorf von Lehm- und Strohhuetten werden wir von einem Boot abgeholt und auf einer mehrstuendigen Fahrt durch die bezaubernde Inselwelt zurueck nach Cat Ba gebracht. Unterwegs machen wir bei einem kleinen Inselchen mit Sandstand einen Badehalt. “The Beach” aus dem Buch/Film muss ungefaehr so aussehen, nur groesser. Just Perfect!

Liebe Gruesse aus dem Land wo Elektronik noch auf dem Trottoir produziert wird
Reto und Petra

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